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Liebesschlager und Kleistbriefe am Rieselwärterhäuschen

Rieselfelder Kulturtage 2026 mit Lesung, Konzert, Kino, Kunst und Vogelwelt: Do, 20. bis So, 23. August

MÜNSTER. Die Rieselfelder Kulturtage gehen in ihre 11. Auflage am rekonstruierten Rieselwärterhäuschen in der Nähe des Heidekrugs. Für die vier Tage von Donnerstag, 20. bis Sonntag, 23. August 2026 hat der gemeinnützige Verein zur Förderung von Schauspiel, Literatur und Sprache ein reichhaltiges Programm zusammengestellt. Das diesjährige Titelthema lautet „Anverwandelte Räume“. Höhepunkt und Abschluss der Kulturtage ist am Sonntag die konzertante Aufführung „Ohne Dich schlafe ich heut Nacht nicht ein – Liebesschlager und Kleistbriefe“ mit einem der besten Film- und Bühnenschauspieler Deutschlands, Thomas Thieme, der zum elften Mal in Folge zu Gast ist, der Schauspielerin und Regisseurin des Programms, Julia von Sell, und dem Musiker Arthur Thieme. Das Kollektiv aus Berlin und Weimar nimmt das Publikum mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die nicht nur in den Liebesbriefen Kleists an seine Verlobte zum Ausdruck kommen, sondern auch in dazu passenden Schlagern.
Die kommenden Skulptur Projekte werfen bereits ihre Schatten voraus. Grund genug, sich bereits in diesem Jahr damit zu beschäftigen, wie wir uns Räume anverwandeln, ein Motto, das allen Beteiligten erlaubt, aus ihrer jeweiligen künstlerischen Perspektive anzudocken.

„Die Rieselfelder Kulturtage zeigen eindrucksvoll, wie sich kulturelle Räume wandeln und neue Begegnungs- und Erfahrungswelten entstehen. Da die Veranstalter es auch in diesem Jahr wieder schaffen, Literatur, Musik, Film, Kunst und Natur zu einem lebendigen Dialog zu verbinden, unterstützt die Kulturstiftung der Sparkasse Münster das Projekt erneut sehr gerne.“, sagt Frank Knura, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung der Sparkasse Münster. Weitere Förderer sind das Kulturamt der Stadt Münster sowie der LWL-Kulturfonds.

Am Donnerstag (20.8.) um 6 Uhr eröffnet parallel zur aufgehenden Sonne Theaterregisseur Manfred Kerklau das Festival mit seinem Zhineng-Qigong-Programm zum Mitmachen „Die Schwingen des Falken“. Um 15 Uhr stellen der Literaturwissenschaftler Walter Gödden und der Schauspieler Carsten Bender in ihrem Lesedialog „My secret place – Anverwandelte Räume der Droste“ einige „secret places“ der westfälischen Dichterin vor und bringen die dort entstandenen Texte zu Gehör. Im direkten Anschluss an das Konzert erfolgt die Eröffnung des von Norbert Nowotsch konzipierten und Benedikt Surmund vom Rundfunkmuseum Baumberge technisch umgesetzten POETREE – einem sprechenden Baum, der diesmal Gedichte des 92-jährigen Paters Stephan Reimund Senge von der Abtei Himmerod und Haikus der New Yorker Dichterin Yuko Otomo hören lässt.
Nach dem großen Publikumszuspruch im vergangenen Jahr spielt um 19 Uhr der Harfenist Stijn Bovenkamp ein Soloprogramm zum Thema „Anverwandelte musikalische Räume“.

Am Freitag (21.8.) um 11 Uhr startet an der Biologischen Station unter dem Titel „Der Wanderfalke“ eine dreistündige ornithologische Obstbaumführung. Landschaftsökologin Karin Rietmann erzählt unterwegs etwas über die verschiedenen Obstbaumsorten am Wegesrand, die Geschichte der Obstbaumveredelung und den Einfluss des Klimawandels. Manfred Röhlen gibt dazwischen Hinweise zur obstbaumspezifischen Vogelwelt. Nach ungefähr zwei Stunden trifft das Publikum an Hütte 3 zum Abschluss auf eine Lesung aus dem Buch „Der Wanderfalke“ von John Alec Baker mit Manfred Kerklau und Carsten Bender sowie lokalen Wanderfalkenbezügen von Manfred Röhlen und Sounds von Benedikt Surmund. Um 17 Uhr schließt sich eine besondere Veranstaltung an: Unter dem Titel „Singende Hunde, pfeifende Frösche, balztolle Hähne“ präsentiert der supposé-Verlagsgründer und Regisseur Klaus Sander anhand diverser Hörbeispiele Tiermusik in den Rieselfeldern. Den Abschluss am Freitag bildet um 21 Uhr open air auf dem Rieselfeldhof Chloé Zhaos Kinofilm „Nomadland“ mit Oscar-Preisträgerin Frances McDormand. Der von Die Linse präsentierte Film entwirft ein eindringliches Bild anverwandelter Räume: Orte des Übergangs, der Gemeinschaft und der temporären Zugehörigkeit. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Dachbodensaal auf dem Rieselfeldhof statt.

Am Samstag (22.8.) geht es um 15 Uhr los mit „Vier Lesungen – Vier Sprachen – Vier anverwandelte Räume“: Der in Hamburg lebende Philosoph, Dichter und Über-setzer Andrew Rossiter hat wieder eigens eine Geschichte zum Titelthema geschrieben: „A Good Son“. Die in Münster und Braunschweig lebende Autorin Albatoul Alraey stellt Texte zum Thema auf Arabisch vor. Die in Drensteinfurt ansässige Autorin Mohaddeseh Hossini präsentiert eine Auswahl von Texten auf Persisch. Die Hamburger Autorin Silke Borchardt zeigt in vier ihrer Kurzprosawerke – „Visite“, „Usbekistan“, „Floraphobie“ und „leer“ –, wie wir die Räume unseres Lebens durchschreiten, und zwar am besten mit Humor. Die jeweiligen Übersetzungen liefert Carsten Bender. Das Samstagsprogramm wird um 19 Uhr beschlossen von der Schauspielerin und Regisseurin Julia von Sell, die zwei Erzählungen aus dem Band „Streichhölzer“ der isländischen Autorin Ásta Sigurðardóttir (1930–1971) liest: zum einen die titelgebende Geschichte, zum anderen die Erzählung „Lammzeit“, in der sich etliche Beschreibungen der isländischen Landschaft finden.

Am Sonntag (23.8.) um 10 Uhr lädt der Theater¬regisseur Manfred Kerklau ein zweites Mal zum gemein-samen Zhineng Qigong in der Vogel-welt ein.
Und dann kommt um 16 Uhr als Abschluss und Höhepunkt der Rieselfelder Kulturtage 2026: „Ohne Dich schlafe ich heut Nacht nicht ein – Liebesschlager und Kleistbriefe“. Sind alle anderen Veranstaltungen kostenlos – es wird allerdings um Spenden gebeten –, wird für die Veranstaltung mit Thomas Thieme, Julia von Sell und Arthur Thieme Eintritt erhoben. Bitte nutzen Sie den Vorverkauf über Localticketing.
An allen Tagen zu sehen bzw. zu hören sind die Skulpturen des Bildhauers Christoph Otto Hetzel unter dem Titel „Rieselwörter“, eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der Rieselfelder und der Rieselwärter, die Vorhänge der Künstlerin Gertrud Neuhaus sowie der POETREE.

Die Rieselfelder Kulturtage werden vom Verein zur Förderung von Schauspiel, Literatur und Sprache – Münster e. V. veranstaltet und vom Kulturamt der Stadt Münster, der Kulturstiftung der Sparkasse Münster und dem LWL-Kulturfonds gefördert.

Alle Infos zum Programm – auch die Rechtehinweise – auf www.rieselfelder-kulturtage.de

Das Pressefoto (Download ») ist kostenfrei verwendbar unter Angabe des Urhebers © Carsten Bender

Die Rieselfelder Kulturtage 2026 finden vom 20. bis 23. August am Rieselwärterhäuschen in den Rieselfeldern Münster statt. Unter dem Motto „Anverwandelte Räume“ erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Programm mit Lesungen, Konzerten, Kino, Kunst, Naturerlebnissen und Vogelbeobachtungen.

Zu den Höhepunkten zählen ein Harfenkonzert, mehrsprachige Lesungen, eine ornithologische Führung sowie der „sprechende Baum“ POETREE. Den Abschluss bildet am Sonntag die konzertante Aufführung „Ohne Dich schlafe ich heut Nacht nicht ein – Liebesschlager und Kleistbriefe“ mit Thomas Thieme, Julia von Sell und Arthur Thieme.

Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos, für die Abschlussveranstaltung wird Eintritt erhoben. Veranstalter ist der Verein zur Förderung von Schauspiel, Literatur und Sprache – Münster e. V.