Die Linse präsentiert open air auf dem Rieselfeldhof
Nomadland
Ein Film von Chloé Zhao mit Frances McDormand
Chloé Zhaos Nomadland entwirft ein eindringliches Bild „anverwandelter Räume“ – Orte des Übergangs, der Gemeinschaft und der temporären Zugehörigkeit. Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch ihrer Heimatstadt lebt Fern (Frances McDormand) in ihrem Van und bewegt sich durch die endlosen Landschaften des amerikanischen Westens. Ihr Zuhause ist nicht mehr an einen festen Ort gebunden, sondern entsteht unterwegs: auf Campingplätzen, in Warenlagern, an Raststätten oder am Lagerfeuer mit anderen Nomaden. Diese Räume sind weder privat noch dauerhaft, sondern gemeinsam genutzt und ständig in Bewegung. Sie verbinden Menschen, die gesellschaftlich oft übersehen werden, und schaffen dennoch Nähe, Solidarität und Austausch. Zhao zeigt die USA als Land der Weite, aber auch der Unsicherheit. Die majestätischen Bilder der Wüste Nevadas, der Badlands oder der Wälder des Nordwestens kontrastieren mit prekären Arbeitsverhältnissen und einem Leben ohne festen Halt. Fern entscheidet sich bewusst gegen die Rückkehr in ein konventionelles Leben. Stattdessen findet sie in der mobilen Gemeinschaft der modernen Nomaden eine neue Form von Heimat. Die Straße wird zu einem sozialen Raum, in dem Begegnungen wichtiger sind als Besitz. Nomadland erzählt damit nicht nur von Verlust und Einsamkeit, sondern auch von Freiheit, Würde und der Möglichkeit, sich Räume anzueignen, die außerhalb gesellschaftlicher Normen liegen. Zhao verbindet dokumentarische Authentizität mit poetischer Bildsprache und schafft so ein berührendes Roadmovie über Menschen, die zwischen Aufbruch und Ankommen leben.
USA 2020 · R: Chloé Zhao · Db: Chloé Zhao • Mit Frances Mc Dormand, David Strathairn, Linda May u.a. · ab 0 J. · engl. OmU · 108′
Beginn 21:30 Uhr Dauer 108 Min. Ort open air auf dem Rieselfeldhof Hinweis Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Dachbodensaal auf dem Rieselfeldhof statt und beginnt dann bereits um 21:00 Uhr!
Eintritt frei, Spenden erwünscht

Thomas Behm war mit seinem Partner Jens Schneiderheinze über 20 Jahre lang Betreiber des Programmkinos Cinema, das zahlreiche Auszeichnungen für das „herausragende Programm“ erhielt. 2019 verließen beide das Kino, kuratieren aber weiterhin Filmereihen über den Verein „Die Linse“, der 1989 gegründet wurde.
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